Sinnvolle Verluste / Steuerersparnis

Schaff’ und erwirb, zahl’ Steuern und stirb

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass rein steuerlich begründete Entscheidungen (tax driven), in der Regel zu wirtschaftlichen Fehlinvestitionen führen. Also die wirtschaftliche Vernunft nicht vergessen. Legale Möglichkeiten für sinnvolle Steuerersparnis sind z.B.:
Steht Jedem offen, auch z.B. Gehaltsempfängern: § 7g EStG mit Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung. Aus (künftigen) Investitionen ergeben sich (ggf. bis zu drei Jahren davor) steuerliche Vorteile. Eine solche Investition kann z.B. eine Photovoltaikanlage sein.

Einmalzahlungen: Steuerersparnis bei Abfindungen, Zahlungen für mehrjährige Tätigkeiten, Aktienoptionen sowie bei Verkauf oder Betriebsaufgabe von Unternehmern bzw. Freiberuflern

Geldanlage: Steuerersparnis kann sich auch durch die Steuersatzdifferenz der Abgeltungssteuer im Vergleich zur tariflichen Einkommensteuer ergeben

Ausland: Durch Investitionen im Ausland (z.B. Immobilien), soweit die Steuer aufgrund Doppelbesteuerungsabkommen im Ausland anfällt und im Inland (ggf. Progressionsvorbehalt) freigestellt ist.

Immobilien: Auch im Inland können Immobilien sinnvoll sein, wenn der Standort passt und Wertsteigerungen nach 10 Jahren steuerfrei mitgenommen werden können (selbst genutzte Immobilien spätestens nach 2 Jahren).

Schulden: Fremdfinanzierungen können in geeigneten Fällen durch den sog. Leverage-Effekt wirtschaftlich sowie steuerlich vorteilhaft sein

Verluste: Auch nach dem unrühmlichen Ende der Medienfonds, führt die individuelle Produktion von Filmen – Private Filmproduktion – zu steuerlich wirksamen Verlusten. Wenn man die steuerlichen und rechtlichen Bedingungen beachtet und mit guten Partnern zusammen arbeitet, können hierbei die Risiken bei guten Chancen minimiert werden.

Übertragung von Einkünften: Auch andere Vorgehensweisen, wie die Übertragung von Einkunftsquellen (z.B. Beteiligungen, Kapitalanlagen) auf nahe Angehörige (z.B. Kinder) gehören dazu.

Vor einigen Jahren warb ein Automobilkonzern mit dem Slogan: Wenn das Geld nur für eine Anschaffung reicht, dann Klavier kaufen und PKW leasen. Betrachtet man diese Werbung zur Verkaufsförderung aus steuerlicher Sicht, dann kann dieser Rat bei Unternehmern und Selbständigen durchaus vorteilhaft sein, weil Schuldzinsen/Leasingraten für ein privates Klavier steuerlich nicht abzugsfähig sind, für ein beruflich genutztes Fahrzeug hingegen schon. An diesem einfachen Beispiel sieht man bereits, dass sich die steuerliche Situation durch vorherige Gestaltung beeinflussen lässt, nachher i.d.R. nicht mehr.

Ein anderes Beispiel: Eine privat genutzte Immobilie sei teilweise kreditfinanziert, eine weitere vermietete Immobilie hingegen unbelastet. Das Ergebnis ist – aus steuerlicher Sicht – unbefriedigend, da die Schuldzinsen für eine eigengenutzte Immobilie im Gegensatz zu einer vermieteten Immobilie steuerlich nicht abzugsfähig sind. Dies nachträglich zu ändern ist sehr schwierig, oftmals unmöglich. Um eine Änderung herbeizuführen, könnte der Steuerbürger z.B. selbst in die vermietete Immobilie umziehen oder als eine von weiteren denkbaren Alternativen, die vermietete Immobilie zur Rückführung der privaten Immobilienschulden veräußern, um anschließend eine – finanzierte – vermietete Immobilie zu erwerben.

Bei Abfindungen, Zahlungen für mehrjährige Tätigkeiten, Aktienoptionen sowie bei Verkauf oder Betriebsaufgabe von Unternehmern bzw. Freiberuflern, wäre zu überlegen, ob der Besteue-rung (partiell oder vollständig) durch Verluste, z.B. aus 7g EStG Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung, Verluste aus Immobilien (z.B. Denkmalschutz) oder – in geeigneten Fällen durch unternehmerische Tätigkeiten mit Anlaufverlusten – in besonderen Fällen auch durch private Filmproduktion, entgegengewirkt werden kann.

Bitte beachten Sie, dass die vorstehenden Sachverhalte nicht erschöpfend sein können und nur beispielhaft für alle steuerlichen Sachverhalte stehen können. Besonderes Augenmerk ist bei allen Sachverhalten auf den „Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten“ gemäß § 42 AO, einer Bestimmung zur Verhinderung von Steuerumgehungen, zu geben.

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